Verdacht auf sexuellem Missbrauch einer Schülerin
und Aufdeckung
Fachberatung
Bei der Abklärung bzw. Aufdeckung eines Verdachts von sexuellem Missbrauch
gilt es, einige Prinzipien zu beachten:
Wenn Sie nicht ausschließen können, dass der sexuelle Missbrauch von einem Familienmitglied des betroffenen Mädchens ausgeht, wenden Sie sich bitte auf jeden Fall an uns, bevor Sie die Eltern über Ihren Verdacht bzw. Ihre Beobachtungen informieren!
Zeigen Sie der Schülerin, dass Sie offen für ein Gespräch sind und dass Sie sich Sorgen machen, aber sprechen Sie das Mädchen nicht direkt auf Ihren Verdacht an.
Für eine Fachberatung ist es sehr hilfreich, wenn Sie im Vorfeld möglichst genau (mit Angabe von Datum und Uhrzeit) dokumentieren, was Sie beobachtet haben und wer außer Ihnen diese Beobachtung gemacht hat. Bitte dokumentieren Sie die Aussagen des Mädchens und Ihre eigenen Fragen bzw. Antworten möglichst wortgetreu.
Inhalte der Beratung sind die Sammlung und Bewertung der Hinweise auf sexuellen Missbrauch und Überlegungen zum weiteren Vorgehen. Gemeinsam werden weitere Schritte zum Schutz des Mädchens beraten.
Bei Bedarf verweisen wir an andere Institutionen im Hilfesystem weiter (z.B. das AfsD, Amt für soziale Dienste). Der Verfahrenskatalog des AfsD zum Umgang mit Verdacht auf (innerfamiliäre) sexualisierte Gewalt ist auch im Rahmen der Schule eine wichtige Orientierungshilfe.
Ist der sexuelle Missbrauch bereits aufgedeckt, können Sie bei uns auch eine Beratung zum Umgang und zur Unterstützung des möglicherweise traumatisierten Mädchens bekommen.
Während unserer Telefonzeiten können Sie einen Termin für ein Beratungsgespräch vereinbaren oder Ihre Fragen direkt klären. Die Beratung ist kostenlos.
Bei Verdacht auf sexuellen Missbrauch an einem Jungen wenden Sie sich bitte an das Bremer JungenBüro oder an das Kinderschutzzentrum (siehe Linkliste).
Aus Kapazitätsgründen gelten die Angebote ausschließlich für Fachkräfte mit Arbeitsplatz in Bremen. Beratungsstellen in Niedersachsen finden Sie hier.
Informationsveranstaltung
Basiswissen zum Thema sexueller Missbrauch erhalten Sie durch eine Informationsveranstaltung.
Auf Anfrage wird sie von einer Kollegin durchgeführt und dauert 2 Stunden (Kosten auf Anfrage). Die Informationsveranstaltung ersetzt eine Fortbildung zum Thema nicht.
Auch Elternabende zu Prävention von sexuellem Missbrauch sind möglich.Fortbildung
Die Grundlagenfortbildung „Sexueller Missbrauch an Mädchen und Jungen"
umfasst folgende Inhalte:
- Grundlagenwissen zu sexuellem Missbrauch
- Gefühle betroffener Mädchen und Jungen
- Wie ist sexueller Missbrauch zu erkennen
- Verdachtsabklärung und Interventionsplanung
- Prävention
In Einzel- und Gruppenarbeit wird mit unterschiedlichen Medien und
Methoden gearbeitet. Dabei wird Wert darauf gelegt, dass die
vermittelten Inhalte auf den Schulalltag der TeilnehmerInnen
übertragbar sind.
Bei einer Gruppengröße von 12 TeilnehmerInnen kann die Fortbildung in den Räumen von Schattenriss stattfinden. Je nach Gruppengröße werden 3 - 4 Räume für die Arbeit in Kleingruppen benötigt.
Die Fortbildung wird in der Regel in Zusammenarbeit mit dem Bremer JungenBüro durchgeführt.
2 Tage à 6 Stunden für 12 - 24 TeilnehmerInnen,
Kosten auf Anfrage
